S T R E S S  ist der Krankheitsauslöser No 1

Stress entsteht durch eine dauerhafte, extreme Anspannung und Belastung von Körper und Psyche. In der heutigen Leistungsgesellschaft, wo durch technischen Fortschritt immer alles höher, weiter, schneller funktionieren muss, eher Regel als Ausnahme. Jeder Bereich des Lebens, sei es Arbeit, Familie oder Freizeitgestaltung, wird zeitlich optimiert. Statt diese freien Zeitfenster für Ruhe und Entspannung zu nutzen, werden sie nur noch mit mehr To Do’s gefüllt.

Die Muskeln spannen sich an, dein Atem wird schneller, dein Herz klopft wie wild. Leider schalten wir selten auf Entspannung zurück.

Unser Vegetatives Nervensystem ist demnach ständig im Ungleichgewicht. Es ist das Netzwerk, das alle automatischen Körperprozesse wie Verdauung, Herzschlag oder Atmung steuert. Die wichtigsten Nervenbahnen dieses Systems, der Sympathikus und Parasympathikus sollten idealerweise immer ausgeglichen sein. 

Der Sympathikus ist verantwortlich für Aktivität, Leistungsfähigkeit und die Aktivierung des Flucht-Kampf-Mechanismus. 

Der Parasympathikus ist der ausgleichende Gegenspieler, der für Ruhe und Entspannung sorgt. Tatsächlich ist heutzutage jedoch eher der Sympathikus der dominierende Teil, denn durch die ständige Anspannung, haben sich unserer Körper an den Dauerstress gewöhnt.

Typischer Auslöser (Stressoren) für Stress, sind zu hohe Leistungsanforderungen im Beruf, familiäre Schicksalsschläge oder Zeitdruck. Auch interne Faktoren wie Ungeduld, Perfektionismus oder Unsicherheit lösen Stressreaktionen aus. Selbst im Urlaub versuchen wir hektisch so viel wie möglich zu erleben. 

Die gute Nachricht ist, dass es durchaus auch positiven Stress, sogenannten Eustress, gibt. Eustress tritt auf, wenn du unter Leistungs- oder Zeitdruck an Dingen arbeitest, die dich begeistern und dir Freude bereiten. Der Körper ist durch den positiven Stress zu maximaler Leistung bereit, ohne dass er darunter leidet, wie es beim negativen Distress der Fall ist.

S T R E S S  ist der Krankheitsauslöser No 1! 

Kurzfristig führt Stress zu bekannten Symptomen wie Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Verdauungsproblemen. Die ständig angespannte Muskulatur bringt auch gerne Schmerzen im Schulter-, Nacken- und Rückenbereich mit sich. Häufig macht sich zusätzlich eine chronische Erschöpfung, Müdigkeit und Reizbarkeit breit. 

Dieses ständige Unwohlsein führt natürlich zu Unzufriedenheit, entweder mit dir selbst, was in noch mehr Stress ausartet oder mit deiner Außenwelt, was dich zu einem unangenehmen Zeitgenossen macht.

Wenn Stress immer wieder über einen längeren Zeitraum auftritt und du keine Ruhephasen bekommst, kann er zum ernstzunehmenden Gesundheitsrisiko werden. Dein Körper befindet sich dauerhaft in Halbachtstellung und ist dadurch im Ungleichgewicht. Nach und nach wird das Immunsystem immer schwächer, der Blutdruck steigt und die Anfälligkeit für Krankheiten nimmt zu. Wenn wir in Stress geraten, schüttet unser Körper mehr von dem Stresshormon Cortisol aus. Dadurch werden verschiedene Areale im Gehirn geschädigt, was sich in Unzufriedenheit, Ungeduld oder Depressionen äußern kann. 

Auf lange Sicht können sich so ernsthafte physische und psychische Erkrankungen manifestieren. Viele Krankheitsbilder sind in ihrem Ursprung auf Stress zurückzuführen: Allergien, Erkältungen, Diabetes und sogar Krebs. Aber auch der totale Zusammenbruch, Burnout, Herzinfarkte oder starke Depressionen sind keine Seltenheit.

Da die meisten Krankheiten durch Stress und Cortisol ausgelöst und verschlimmert werden, ist es nur logisch, dass Entspannung, Achtsamkeit und Bewegung, dagegen halten können.

Aber wie genau hilft dir Yoga bei S T R E S S ?

Durch Yoga wird dein vegetatives Nervensystem wieder in seine natürliche Balance gebracht, denn Yoga stimuliert den Parasympathikus, das ist der Nerv, welcher im vegetativen Nervensystem für Ruhe und Entspannung verantwortlich ist. 

Der Wechsel zwischen Stress und Entspannung erfolgt niemals abrupt, sondern graduell, wie bei einem Dimmer. Dabei passt sich die Reaktion des vegetativen Nervensystems dem jeweiligen Zustand an. Der Vagusnerv (der einzige Hirnnerv, der über den Hals hinaus geht), aktiviert den Parasympathikus bei der Ausatmung und löst verschiedenen Reaktionen aus, mit denen wir auf verschiedene Reize reagieren.

80 Prozent der Fasern des Vagusnerves senden Signale vom Körper zum Gehirn. Er ist die wichtigste Bahn für Meldungen von Herz und Bauch ans Gehirn. Durch Yoga können wir diese Verbindung unterstützen. 

Yoga kann S T R E S S  auf mentaler und körperlicher Ebene abbauen. 

Durch die langsamen und präzisen Bewegungen, nimmst du jeden Teil deines Körpers wahr und lokalisierst Spannungsbereiche. Du lernst, deinen Körper wie eine Landkarte zu studieren und kannst blockierte Wege behutsam wieder öffnen. Jede Position die du einnimmst, wirkt anders auf deine Organe und das Nervensystem.

Um völlige Entspannung zu erfahren, ist es auch wichtig deinen Geist zu beruhigen. Daher ist eine weitere Komponente für den Stressabbau, die tiefe Ein- und Ausatmung in Harmonie mit deiner Bewegung. Auch regelmäßiges Innehalten, Besinnung auf sich selbst und kurze Meditationen, helfen gegen Gedankenkarussell und innere Anspannung.

Eine Yogastunde zeichnet sich durch ein ständiges Wechselspiel von Anspannung und Entspannung aus. Der Yogaunterricht beginnt und beendet die Stunde mit Ruhe, in Form von Tiefenentspannung, Meditation oder Atemübungen. Gewöhnlich folgt nach jeder Asana oder anstrengenden Sequenz eine kurze Pause, um deinen Körper und seine beanspruchten Regionen wieder zu lösen und mit Energie zu versorgen. Sogar in jeder einzelnen Asana findest du Anspannung und Entspannung, indem du Druck und Gewicht an die Erde abgibst und nur dort anspannst, wo es nötig ist. Dadurch dass die Bewegungen im Yoga immer dem Fluss der bewussten Ein- und Ausatmung folgen, wird zusätzliche Anspannung im Körper abgebaut.

Dein Körper ist lernfähig und übernimmt nach und nach auch jenseits der Yogamatte dieses neue Muster. Du entwickelst die Fähigkeit, Stress nicht so schnell an dich heranzukommen zu lassen und nach Stressmomenten wieder entspannen zu können. Langfristig kann dich dieses neue Verhaltensmuster vor Krankheit schützen.

Smile & breath

Kerstin 

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