STILLE . . .

„Die größte Offenbarung ist die Stille“, schrieb der chinesische Philosoph Laotse. 

Damit meinte er sicherlich die äußere, aber auch die innere Stille. 

Sehnen tun wir uns tatsächlich nach der inneren Stille. Diese macht uns empfänglicher für Verdrängtes und Unterbewusstes. 

Im Yoga spielt Stille, Ruhe und Frieden eine zentrale Rolle. Im Yogasutra von Patanjali, eine der wichtigsten Grundlagentexte des Yoga beginnen mit den Versen „Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der dauernd sich verändernden mentalen Muster. Dann ruht der Seher in sich selbst. Dies ist Selbstverwirklichung“.

Unsere Kultur hat sich seit dem Mittelalter immer mehr beschleunigt und ist immer lauter geworden. Heut zu Tage sind Lärm, Geräusche, Ablenkungen, Störquellen und ständige Erreichbarkeit fast zum Dauerzustand geworden. Deswegen müssen wir uns im Alltag Ruheinseln einbauen. Für die Informationsflut, die uns permanent begleitet benötigen wir zur geistigen Verarbeitung Stille. Stille ist eine Erholungsreise für das Gehirn, für unsere Nerven und die einzige Möglichkeit sich im Trubel des Alltags nicht zu verlieren. 

Wenn unser Geist still wird, so die Botschaft, können wir zum Kern unseres Seins vordringen und uns mit der tiefsten Wirklichkeit verbinden. 

Während wir der Stille lauschen, werden wir selbst still. Dann beginnen unsere Sinne zu reden und wir erfahren, wer wir wirklich sind. Stille hat eine reinigende Funktion. Alles was zu leise war um gehört zu werden, kommt in der Stille zum Vorschein. Stille führt uns in die Tiefe. In dem Buch „Zeiten der Stille“ beschreibt Anselm Grün, dass die Stille wesentlich zum Menschen gehört, das sie uns mit dem Eigentlichen in Berührung bringt. Und das sie uns wach macht, den Dingen auf den Grund zu gehen. Denn Tiefe entsteht nur in einem Moment innerer Ruhe. „Stille ist die Quelle unserer Kraft. Lärm und Aktivität brauchen Energie, in der Stille fließt sie wieder zurück“ erklärt der Psychologe Volker Friebe. 

Auf die Balance zwischen Stille und Trubel kommt es an. Wir brauchen immer beides.

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